WKF-Exekutivkomitee: Benetello, Cipek und Au führen ab 2027 in eine neue Ära

Während die Kadetten, Junioren und U21-Athleten der Welt auf den Tatamis von Bielsko-Biała um die Finalplätze kämpften, ordnete die World Karate Federation in einem nahen Sitzungssaal ihre eigene Aufstellung. Das neue Exekutivkomitee der WKF, das der Kongress am Dienstag, dem 13. Oktober, gewählt hatte, trat während der Kadetten-, Junioren- und U21-Weltmeisterschaften 2026 in der polnischen Stadt zusammen und beschloss eine Neuverteilung seiner Schlüsselpositionen. Die WKF spricht vom „Beginn einer neuen Ära“. Bei genauerem Hinsehen ziehen die Entscheidungen eine Linie zwischen einer Generation von Funktionären und der nächsten, ohne den Faden zwischen ihnen abreißen zu lassen.

Drei neue Rollen an der Spitze

Ab dem 1. Januar 2027 wird der Italiener Davide Benetello Erster Vizepräsident, der Kroate Davor Cipek Generalsekretär und die US-Amerikanerin Elisa Au stellvertretende Generalsekretärin. Diese drei Ernennungen bilden den Kern des Wechsels. Benetello übernimmt die Rolle, nachdem er die Athletenkommission der WKF geleitet hat, deren Vorsitz soeben an Douglas Brose übergegangen ist, wie wir in unserem Artikel über diese Übergabe berichtet haben. Cipek folgt Toshihisa Nagura an der Spitze des Sekretariats. Elisa Au, die als kooptierte Vertreterin der Panamerikanischen Karate-Föderation (PKF) in das Exekutivkomitee einzieht, übernimmt sofort eines seiner Führungsämter.

Um sie herum bleibt die Struktur stabil. Der Brite Michael Dinsdale bleibt Generalschatzmeister und der Senegalese Souleymane Gaye stellvertretender Generalschatzmeister. Der Deutsche Wolfgang Weigert bleibt Vizepräsident und Kommissar für Para-Karate und Geflüchtete, und der Norweger Gunnar Nordahl behält sein Amt als Exekutiv-Vizepräsident und Sportkommissar. Die Präsidenten der Konföderationen Asiens, Ozeaniens und Amerikas bleiben Vizepräsidenten ohne Rang, und der Tunesier Bechir Cherif bleibt Vizepräsident der WKF.

Zwölf Jahre Toshihisa Nagura

Der Name, der dieser Sitzung ihr Gewicht verleiht, gehört einem Mann, der ein Amt abgibt, statt eines anzutreten. Der Japaner Toshihisa Nagura ist seit zwölf Jahren Generalsekretär der WKF, und beim Kongress am Dienstag war er es, der den Bericht des Generalsekretärs vorlegte. WKF-Präsident Antonio Espinós widmete ihm den herzlichsten Teil seiner Ansprache.

„Ich möchte auch Toshihisa Nagura meinen tief empfundenen Dank für seine 12 Jahre als Generalsekretär aussprechen“, sagte Espinós. „In dieser Zeit hat die WKF einen beispiellosen Fortschritt erlebt, der zu einem großen Teil durch seine herausragende Arbeit, seine Vision und seinen Einsatz möglich wurde. Sein Beitrag war entscheidend für unser olympisches Debüt in seinem Heimatland Japan, einen Meilenstein in der Geschichte des Karate.“

Der Abschied ist nur ein halber. Der Kongress wählte Nagura als eines der Mitglieder der Asiatischen Karate-Föderation erneut in das Exekutivkomitee, und Espinós sagte, die Föderation sei „erfreut und stolz, dass er bis 2030 Mitglied des Exekutivkomitees bleiben und der Föderation weiterhin seine Erfahrung zur Verfügung stellen wird“. Der Mann, der das Sekretariat durch die olympischen Jahre führte, behält seinen Platz am Tisch, während sein Nachfolger in die Rolle hineinwächst.

Kontinuität und Erneuerung

Unter dieses Zusammenspiel von Erfahrung und neuer Energie stellte der Präsident die gesamte Sitzung. „Die neuen Ernennungen würdigen Persönlichkeiten, die harte Arbeit und Engagement bewiesen haben, und öffnen zugleich die Tür für eine neue Generation, die einen modernen und innovativen Ansatz in die WKF einbringt“, sagte Espinós. „Dieses Gleichgewicht aus Erfahrung, frischen Ideen und geteilter Verantwortung wird entscheidend sein, während wir unseren Sport weltweit weiterentwickeln.“

Das vom Kongress gewählte Komitee verteilt dieses Gleichgewicht über die Kontinente: vier Mitglieder aus Asien, sechs aus Europa, eines aus Ozeanien, drei aus Amerika und drei aus Afrika. Douglas Brose, gerade erst von den Athletinnen und Athleten gewählt, wird vollwertiges Mitglied und bringt die Stimme der Aktiven direkt in das höchste Entscheidungsgremium der Föderation.

Wie es die Statuten der WKF erlauben, kooptierte das Exekutivkomitee zudem Vertreter der Kontinentalverbände: Rashid Al Ali (Vereinigte Arabische Emirate) für Asien, Jiri Bocek (Tschechien) für Europa, Daniel Eoe (Nauru) für Ozeanien und Elisa Au für Amerika. Drei weitere Mitglieder wurden kooptiert: Makarita Lenoa (Fidschi) und Sarah Wennerström (Schweden) über die Frauenquote sowie Mohamed Mouktabil (Marokko).

Die Sitzung hörte außerdem die Berichte der Kommissionen: Rafael Arriaza für die Medizinische und Wissenschaftliche Kommission, Souleymane Gaye für die Kommission für das Athletenumfeld, Dusana Agustovicova und Kommissar Wolfgang Weigert für Para-Karate sowie Mohamed Elhosieny für die Technische Kommission.

Eine Woche der Entscheidungen

Die Sitzung schloss eine Woche ab, in der Bielsko-Biała zugleich Hauptstadt und Arena der Föderation war. Der Kongress hatte bereits das neue Komitee gewählt und die nächsten Großereignisse bestätigt, darunter die Endrunde der Weltmeisterschaften 2027 in Mailand und Bergamo, über die wir in unserem Kongressbericht berichtet haben. Während die Nachwuchs-WM am Samstag und Sonntag ihre Medaillen vergibt, teilen sich die jungen Athleten auf den Tatamis und die Funktionäre, die ihre Wettkämpfe in den kommenden Jahren gestalten werden, noch für ein paar Tage dieselbe Stadt.

Espinós fasste die Richtung in einem einzigen Satz zusammen: „Diese Entscheidungen bringen unsere Föderation fest auf den Weg in die Zukunft.“

Quellen

Foto: wkf.net

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