Eine letzte Station am Fuß der Alpen
Die Saison 2026 der Karate 1 Series A ist in Salzburg zu Ende gegangen. Vom 2. bis 4. Oktober kamen in der Sporthalle Alpenstrasse mehr als 1.200 Athletinnen und Athleten aus 82 Ländern zur letzten Veranstaltung des Jahres in der globalen Turnierserie der World Karate Federation zusammen. Die österreichische Stadt bot einen würdigen Rahmen für ein Finale: drei Tage auf dem Tatami, vierzehn Titel und ein Medaillenspiegel, an dessen Spitze am Sonntagabend Japan mit vier Gold- und drei Bronzemedaillen stand.
Der erste Wettkampftag hatte bereits die Richtung vorgegeben: Ria Hori und Yosuke Abe siegten für Japan, Sayed Salman Almosawi holte für Kuwait den Titel im Kata der Männer, und Lucija Lesjak gewann für Kroatien die Gewichtsklasse +68 kg der Frauen. Das folgende Wochenende verlief offener und oft knapper, denn zehn weitere Siegerinnen und Sieger aus acht verschiedenen Ländern stiegen auf die oberste Stufe des Podests.
Samstag: die leichtesten Gewichtsklassen
Am Samstag teilten sich die leichtesten Kämpferinnen und Kämpfer die Bühne mit den Spezialisten des Team-Kata. In der Gewichtsklasse −50 kg der Frauen lieferte die Rumänin Patricia Nastas das deutlichste Finale des Wochenendes und besiegte die Ukrainerin Daria Pylypiuk mit 8:0. Bronze ging an die Italienerin Ludovica Legittimo und an Veronika Gashnikova, die unter der Flagge der WKF antrat.
Die Slowakin Nina Kvasnicova brauchte bei −55 kg mehr Geduld. Sie setzte sich in einem umkämpften Finale mit 4:2 gegen die Venezolanerin Yorgelis Salazar durch, während die Italienerin Veronica Brunori, die ihren Bronzekampf gegen Landsfrau Alessandra Mangiacapra mit 8:0 gewann, und die Japanerin Ako Matsumura das Podest komplettierten.
Bei den Männern ging es noch enger zu. Der Franzose Sami Tas bezwang bei −60 kg den Algerier Mohamed Anis Saadi mit 4:3, ein einziger Punkt trennte Gold von Silber; Bronze holten der Chilene Matias Quijada Pelayo und der Schotte Adam Hamill. Bei −67 kg schrumpfte der Abstand auf das absolute Minimum: Der Japaner Taiki Kataoka besiegte den Ukrainer Nazarii Prannychuk mit 1:0, ein einziger Punkt entschied über den Titel. Die Türkei stellte mit Ekrem Altuner Yilmaz und Kagan Aslan beide Bronzemedaillengewinner, Letzterer nach einem lebhaften 11:7 im Bronzekampf gegen den Belgier Hamza Jaber-Rais.
Team-Kata: Kuwaits Autorität, Chinesisch Taipehs Nervenstärke
Die Finals im Team-Kata brachten einen anderen Rhythmus, weg von den Explosionen des Kumite hin zur gemessenen Synchronität eines Trios, das sich wie ein einziger Körper bewegt. Kuwait, mit Sayed Mohammed Almosawi, Sayed Salman Almosawi, Saqr Aldbasi und Mohammad Hussain im Aufgebot, gewann das Finale der Männer mit 5:0 gegen den italienischen Verein C.T.R. Campania; beide Teams zeigten Unsu. Für Sayed Salman Almosawi, bereits am Freitag Sieger im Einzel-Kata, war es das zweite Gold des Wochenendes. Die japanische Waseda-Universität und die italienische Nationalmannschaft gewannen Bronze.
Das Finale der Frauen war deutlich enger. Chinesisch Taipeh, vertreten durch Chien Hui-Hsuan, Hung Chih-Hsuan und Tien Hsin-Erh, wählte Ohan und setzte sich mit 3:2 gegen Frankreich durch, dessen Trio mit Mai-Linh Bui, Lea Severan und Louise Capet mit Unsu antwortete. Hongkong (China) und Italien komplettierten das Podest.
Sonntag: die mittleren Gewichtsklassen
Der Sonntag gehörte den mittleren Gewichtsklassen, und die Landkarte der Sieger wurde noch bunter. Frankreich jubelte über eine zweite Titelträgerin: Monica Arzumian hatte das Finale mit einem 9:0 im Halbfinale gegen Anna Rodina erreicht, die unter der Flagge der WKF startete, und kontrollierte dann das Finale der Gewichtsklasse −61 kg mit 5:1 gegen die Deutsche Mia Bitsch. Deutschland holte zudem Bronze durch Anastasiia Semenenko, neben der Japanerin Suzue Hashimoto. Bei −68 kg gewann die Aserbaidschanerin Iryna Zaretska ein spannendes, punktarmes Finale mit 2:1 gegen die Guineerin Anne-Coralie Keita, während die Spanierin Júlia Just Clopes und die Kosovarin Behije Mustafa Bronze gewannen.
Riku Tsuruta bescherte Japan anschließend in der Gewichtsklasse −75 kg der Männer die vierte Goldmedaille. Sein Weg zum Titel führte über ein Halbfinale gegen den Belgier Quentin Mahauden, das 8:8 endete, und auch das Finale verlief offen: Tsuruta gewann mit 6:5 gegen den Armenier Suren Harutyunyan, der sein Halbfinale gegen den Kasachen Maxim Moskvichyov mit 2:1 für sich entschieden hatte. Mahauden fing sich und holte Bronze, ebenso wie der Spanier Izan Martin Pena.
Das letzte Finale der Saison war eine rein ukrainische Angelegenheit. Bei −84 kg traf Stanislav Horuna, der im Halbfinale den Senegalesen Makhtar Diop mit 5:0 besiegt hatte, auf seinen Landsmann Valerii Sonnykh, der sich mit 8:2 gegen den Algerier Mohammed El Amin Djemiat durchgesetzt hatte. Der Kampf endete 0:0 auf der Anzeigetafel, Gold ging an Horuna. Der Ukrainer Andrii Toroshanko und Diop komplettierten das Podest, sodass drei der vier Medaillen dieser Gewichtsklasse an die Ukraine gingen.
Die Bilanz und der Weg nach Bielsko-Biała
Mit vier Titeln, verteilt auf Kata und Kumite und auf alle drei Tage, war Japan in Salzburg der klare Spitzenreiter. Frankreich folgte mit zwei Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille; den Titeln von Tas und Arzumian standen knappe Niederlagen im Team-Kata-Finale und am Freitag im Finale bei +68 kg gegenüber. Kuwait erreichte mit seinen beiden Kata-Titeln ebenso viele Goldmedaillen wie Frankreich, während die Ukraine mit einem Titel und vier Silbermedaillen mehr Finals bestritt als jede andere Nation, sie aber nicht immer in Gold verwandeln konnte. Italien reiste mit einer Silber- und fünf Bronzemedaillen ab, Gastgeber Österreich mit einer Bronzemedaille.
Über den Medaillenspiegel hinaus bestätigte das Wochenende die Reichweite der Serie: Rumänien, die Slowakei, Chinesisch Taipeh und Aserbaidschan feierten jeweils einen Titel, und Athletinnen und Athleten aus Guinea, Armenien, Venezuela, Algerien, dem Kosovo und dem Senegal standen auf dem Podest. Mit dem Abschluss des Series-A-Kalenders der Erwachsenen richtet sich der Blick nun auf die nächste Generation: Vom 14. bis 18. Oktober 2026 finden in Bielsko-Biała in Polen die Weltmeisterschaften der Kadetten, Junioren und U21 statt.
Sources
- WKF, „New Champions Crowned on Day Two of Karate One Series A Salzburg“: https://www.wkf.net/news-center/article/!/3320/new-champions-crowned-on-day-two-of-karate-one-series-a-salzburg
- WKF, „Four Champions Crowned on Day One of Karate One Series A Salzburg“: https://www.wkf.net/news-center/article/!/3319/four-champions-crowned-on-day-one-of-karate-one-series-a-salzburg
- WKF, „All You Need to Know About Karate One Series A Salzburg“: https://www.wkf.net/news-center/article/!/3314/all-you-need-to-know-about-karate-one-series-a-salzburg
- WKF, Veranstaltungsseite Karate One Series A Salzburg 2026 (Ergebnisse, Auslosungen und Medaillen): https://www.wkf.net/karate-one/championship/!/442/2026-karate-one-series-a-salzburg
- WKF, Bulletin der Series A Salzburg 2026: https://www.wkf.net/files/pdf/championships/Bulletin_Series_A_Salzburg_2026.pdf
- WKF, Weltmeisterschaften der Kadetten, Junioren und U21 2026 in Bielsko-Biała: https://www.wkf.net/world-championships/championship/!/443/2026-world-cadet-junior-u21-championships-bielsko-biala
Foto: wkf.net