Die World Karate Federation (WKF) hat am 28. Oktober ein neues Projekt angekündigt, das künstliche Intelligenz und Kameratechnik verbindet, um die Schiedsrichter im Kumite zu unterstützen. Ziel ist ein zusätzliches technisches Werkzeug, wobei die Entscheidungshoheit bei den Offiziellen bleibt.

Mehrere Blickwinkel, automatische Analyse

Mehrere Kameras rund um die Tatami filmen den Kampf aus verschiedenen Perspektiven. Die KI wertet die Bilder aus, erkennt Angriffe und mögliche Wertungsaktionen und liefert den Schiedsrichtern so zusätzliche visuelle Anhaltspunkte.

Jogai im Fokus

Eine der wichtigsten Anwendungen betrifft Jogai, das Verlassen der Wettkampffläche: Das System zeigt die genaue Position der Athletinnen und Athleten, sobald sie den Rand der Tatami erreichen. Zudem soll der Videobeweis effizienter werden, weil die Aufnahmen schon vorab den entscheidenden Momenten eines Kampfes zugeordnet werden. In einer Sportart, in der Aktionen in Sekundenbruchteilen ablaufen, sieht die WKF darin einen Weg zu schnelleren Entscheidungen und zur frühzeitigen Erkennung möglicher Regelverstöße.

Erster Test in Venedig

Getestet wird das Projekt bei der kommenden Karate One Youth League im Dezember in Venedig – eine neue Etappe in den Bemühungen der WKF, Wettkämpfe mithilfe von Technologie fairer und effizienter zu gestalten.

Partner

Antonio Espinós: „ein zusätzliches Werkzeug“

WKF-Präsident Antonio Espinós sagte: „Die Fortschritte im Schiedsrichterwesen und die verbesserte Bewertung im Wettkampf gehören zu den wichtigsten Errungenschaften unseres Sports in den letzten Jahren. Künstliche Intelligenz kann diesen Fortschritt noch weiterführen, indem sie unseren Kampfrichtern in einer blitzschnellen Sportart wie Karate ein zusätzliches Werkzeug an die Hand gibt.“

Und weiter: „Karate ist ein Sport mit starken Traditionen und Werten, und wir sind stolz auf dieses Erbe. Zugleich ist die WKF fest entschlossen, diese Wurzeln mit Modernisierung und Innovation zu verbinden, um unseren Sport zugänglicher, attraktiver und zukunftsfähig zu machen.“

Quelle: wkf.net, 28. Oktober 2026. Foto: WKF.

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